Das Immenblatt, auch Wildmelisse oder Bienensaug genannt, ist eine heimische Wildpflanze mit zartem, honig- und zitronenartigem Duft. Ich finde diese Pflanze so wunderschön! Wie kleine Orchideen. Das Immenblatt wächst gerne an halbschattigen Waldrändern. Die Blüten ziehen Bienen und Hummeln magisch an – daher auch der Name („Imme“ ist ein altes Wort für Biene). Früher wurde das Immenblatt in der Volksheilkunde sehr geschätzt, heute ist es fast in Vergessenheit geraten. Dafür kann man es in naturnahen Gärten wieder finden.
Dem Immenblatt werden traditionell folgende Wirkungen zugeschrieben:
beruhigend, krampflösend, antiseptisch, harntreibend, blutreinigend
Verwendet wurden vor allem die Blätter, Triebe und Blüten – meist getrocknet als Tee.
Der Tee wurde traditionell eingesetzt bei:
Blasenbeschwerden und Blasengries, Gicht, Verdauungsbeschwerden, Menstruationsbeschwerden, innerer Unruhe und Schlafproblemen.
Auch äußerlich wurde der Aufguss manchmal verwendet, zum Beispiel bei gereizten Augen.
Man kann die frischen Blätter (aus dem eigenen Garten) sparsam verwenden:
- in Salaten, Kräutersoßen, Suppen, Kräutersalz oder zum Aromatisieren von Getränken (Maibowle)
Wichtig zu wissen:
Das Immenblatt enthält sogenannte Cumarinverbindungen (wie auch Waldmeister , Labkräuter oder Steinklee). In kleinen Mengen gelten sie als unproblematisch, größere Mengen können jedoch Nebenwirkungen verursachen. Deshalb sollte man Heilkräuter generell bewusst und maßvoll verwenden.
Vielleicht liegt die besondere Kraft solcher Pflanzen ohnehin nicht darin, sie in großen Mengen zu konsumieren – sondern darin, wieder eine Verbindung zur Natur und zu altem Pflanzenwissen zu spüren.
Achtung:
In Deutschland wird die Art in der Roten Liste als gefährdet geführt. Auch in Regionen Österreichs (wie im Burgenland, nahe Baden bei Wien) ist das wärmeliebende Kraut sehr selten und schützenswert.
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