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Was gerade im Wald erwacht

Ich war heute im Wald.
Und plötzlich war ich wie in einer anderen Welt – verzaubert vom Gesang der Vögel, dem Summen der Bienen und Hummeln.

Dahin möchte ich euch gerne mitnehmen.

 

Der Waldboden liegt noch bedeckt unter einer Schicht aus vertrocknetem Laub, und dazwischen ergießen sich Teppiche aus Bärlauch. Ein wahres Bärlauch-Paradies! Davon habe ich einen Sack voll gepflückt – einzeln, Blatt für Blatt. Daraus werde ich Bärlauchsalz und Pesto machen. Vielleicht auch einen Bärlauchstrudel mit Fetakäse. Ich kann mich gar nicht sattsehen an diesem frischen Grün. Ich bleibe immer wieder stehen, mache Fotos von all den Pflanzen, die mir im Wald begegnen.

 

Zwischen den vertrockneten Blättern am Boden leuchten bunte Blumeninseln hervor – Veilchen in Weiß und Violett, Leberblümchen, Primeln. Stellenweise überziehen gelbes Windröschen, weißer und roter Lerchensporn und Scharbockskraut wie kleine Teppiche den Waldboden.

Reste von Schneerosen liegen flach am Boden, fast so, als würden sie sich verabschieden.
Der Seidelbast blüht. Vereinzelt zeigen sich Schlüsselblumen, und die Huflattiche stehen, wie so oft, in kleinen Kreisen beisammen – als hätten sie sich verabredet.

 

Einige Bäume und Büsche tragen bereits das frische Grün ihrer sprießenden Blätter, und die zarten Blüten der Kornelkirsche leuchten im Sonnenlicht.

Erdebeerblätter sprießen aus dem Waldboden, ebenso kleine Giersch- und Brennesselblätter. Auch die Brombeeren treiben schon frische grüne Blätter aus. 

 

In der Ferne sehe ich die Ruinen von Burgruine Rauheneck und Burgruine Rauhenstein. Ihre Mauern schimmern durch die Baumwipfel und wirken, als würden sie über diese erwachende Landschaft wachen.

Hoch oben, in den Kronen der Schwarzföhren, entdecke ich zahlreiche Misteln – wie kleine, geheimnisvolle Nester zwischen Himmel und Erde.

 

Und während ich gehe, wird mir bewusst, wie viel gerade gleichzeitig geschieht. Das Alte ist noch da – trocken, vergangen.
Und mitten daraus bricht das Neue hervor. Still, kraftvoll und unaufhaltsam.

Vielleicht ist es genau das, was mich heute so berührt hat.

 

Und vielleicht erinnert es jemanden. Daran, wie es ist, wenn der Wald ruft, und man einfach geht.

 

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